Dienstag, 19. Juli 2022

Wind, Weltall und das wilde Leben – Neues vom Magellan-Verlag

Was braucht’s eigentlich, um glücklich zu sein? Wind, Wasser und das wilde Leben, würden wir sagen. Auf der Wiese liegen, hinaufblicken zu den Wolken, Richtung Weltall, und hoffen, dass das schöne Wetter den ganzen Sommer halten möge. Viel mit W irgendwie. Hat sich der Magellan-Verlag auch gedacht und ein paar wunderschöne neue Werke herausgebracht.
 

„Wind“ von Olga Fadejewa

Woher weht der Wind, und wo will er hin? Kann ich gegen den Wind segeln? Wie reisen Sandkörner, Und was ist Wind überhaupt?

Mit dem Sachbuch „Wind“ hat der Magellan-Verlag ein wissenschaftliches Meisterwerk für Kinder herausgebracht. Dabei hat Olga Fadejewa an überraschend viele Zusammenhänge und Details rund um das geheimnisvolle Wetterphänomen gedacht: ans Drachensteigen, Fächer-Basteln und Temperatur-Empfinden, an Turmspitzen, Redewendungen, Windgötter, Vögel und Flugzeuge, Tiere, Pflanzen und sogar die Reise einzelner Sandkörner – wunderschön illustriert von der Autorin selbst! Und immer mit der sanften Botschaft: Ohne den Wind gäbe es uns gar nicht, denn ein Leben auf der Erde wäre unmöglich.

Aber auch im Weltraum gibt es Wind – auf vielen Planeten unseres Sonnensystems toben sogar sehr starke Winde, etwa auf dem Jupiter, der Venus und dem Saturn. Den stärksten Wind haben Astronomen übrigens auf dem Neptun gemessen – viel stärker als jeder Orkan auf der Erde: „Neptunwinde“ haben Geschwindigkeiten von bis zu 600 Metern pro Sekunde! Unvorstellbar, oder?

Ab 5 Jahren – aber auch mit 100 noch lehrreich und inspirierend!


„Ein kleiner blauer Punkt“ von Maren Hasenjäger

Und apropos Weltall: „Ein kleiner blauer Punkt“ hat uns verzaubert und seitdem nicht mehr losgelassen. Das gleichnamige Buch von Maren Hasenjäger ist ein Bestseller – und das zurecht.

Eingebettet in eine rührende Geschichte erfahren Kinder, was die Erde und die sieben weiteren Planeten unseres Sonnensystems jeweils besonders macht. Die Venus leuchtet am hellsten, der Merkur kocht am besten, der Mars hat spannende Gebirge und einen 20 Kilometer hohen Vulkan, und der Uranus ist einfach ein verrückter Vogel! Doch so wundervoll wie die Erde sind sie alle nicht.

Ab 4 Jahren – aber auf jeden Fall passend für jedes Grundschulalter!


Familienpuzzles „Northern Wildlife“ & „Ocean“

Passend für die Sommerferien hat der Magellan-Verlag übrigens auch großartige Spiele wie Memo, Holzspielzeug, Karten und Teile zum Straßenbauen im Gepäck. Wir sind bei dem fantastisch illustrierten Puzzle „My Family Puzzle – Ocean“ hängengeblieben, bei dem am Ende in den Tiefen des Ozeans majestätische Tiere durchs Wasser gleiten.

Und weil der Herbst nicht mehr fern ist, haben wir so lange herumgetüftelt, bis bei „My FamilyPuzzle – Northern Wildlife“ aus 500 Teilen eine kanadische Flusslandschaft entstand, in der sich zwischen roten Laubwäldern Bären und Wildpferde neben Otter, Waschbär, Luchs oder Streifenhörnchen tummeln. Große Empfehlung für gemeinsame Spieleabende!
 

Ab 8 Jahren – und für die ganze Familie (500 Teile)!


Dienstag, 21. Juni 2022

Kinderfilmfest: Eine Weltreise voller Sehnsüchte und Abenteuer

Spürt ihr es auch? Dieser Sommer wird legendär!

Heißester Tipp für die kommenden Tage: das Münchner Filmfest. Nirgendwo lässt es sich besser in fremde Welten abtauchen, um mit coolem Spirit und warmem Herzen wieder an Land zu gehen im Münchner Alltagstrubel.

Am Freitag, 24. Juni, geht’s los – hier gibt’s das Programm mit Premieren, rotem Teppich, Begegnungen im Blitzlicht, erhellenden Gesprächen und viel gutem Essen.

Unser Favorit für Familien: das Kinderfilmfest. Es nimmt die Jüngsten und ihre Eltern mit auf eine Weltreise voller Abenteuer, Sehnsüchte und Verluste! Von der norddeutschen Provinz geht‘s in die USA, vom Titicacasee in Bolivien nach Ungarn, von einem absurden Würstl-Wettbewerb in den Niederlanden in die isländische Einsamkeit. Neben Kurz- und Langfilmen gibt es zusätzliche Einblicke durch Vorlesungen wie an der Uni und einen digitalen Schulworkshop „Film und Filmvermittlung“.


Tobias Krell, Leiter des Kinderfilmfests München   (Foto: Filmfest München)

Leiten wird das Kinderfilmfest Tobias Krell, der als „Checker Tobi“ sowieso Held aller Kinder ist. Die sechsjährige Magdalena berichtet vom Kinderfilmfest und hatte vorab noch ein paar Fragen an ihn.

Magdalena: Du, Tobi, ich freue mich schon riesig aufs Kinderfilmfest, aber eigentlich sollen wir Kinder ja gar nicht so viel fernsehen und Tablet gucken, oder?

Tobi: Och, ich glaube das kommt auch sehr darauf an, was man guckt! Beim Kinderfilmfest wollen wir Kindern ja Filme zeigen, die sie sonst nicht zu sehen bekommen – ganz besondere Filme also. Da darf man also mal eine Ausnahme machen, und gleich mehrmals in wenigen Tagen ins Kino gehen, find ich.

Magdalena: Find ich auch! Hast du eigentlich einen Lieblingsfilm auf Kinderfilmfest?

Tobi: Das ist eine schwierige Frage – ich habe die Filme teilweise mehrmals gesehen und liebe sie alle auf ihre Art! Ein Highlight ist für mich auf jeden Fall „Die Tochter der Sonne“ („CUIDANDO AL SOL“), weil er zeigt, wie es ist, Kind zu sein in einem ganz anderen Land und einer ganz anderen Kultur: nämlich auf einer Insel im Titicacasee in Bolivien. Mit Filmen eine Weltreise zu unternehmen und Neues zu lernen, das liebe ich am Kino!

Magdalena: Du machst ja auch selber Filme! Wann können wir „Checker Tobi und der unsichtbare Schatz“ sehen? Kommt der ins Kino, so richtig mit rotem Teppich und großem Kinosaal? Ich bin so gespannt, weil dein Film „Geheimnis unseres Planeten“ total gut war…

Tobi: Das dauert noch bis zum Herbst 2023 – wir mussten viele der Dreharbeiten wegen Corona mehrfach verschieben. Aber Vorfreude ist ja die schönste Freude… Und ich verspreche, das Warten lohnt sich!

Magdalena: Wie bist du eigentlich zum Checker geworden?

Tobi: Ich wurde von meinen heutigen Kolleg:innen zum Casting eingeladen, also zu einem Probedreh. Das war bei Bauer Günter im Ziegenstall. Da hab ich mich ganz gut angestellt und daraufhin wurde ich zum Checker!

Magdalena: Wie fühlt sich das an, vor der Kamera oder vielen Menschen zu sprechen?

Tobi: Früher fand ich das sehr aufregend, ist ja klar. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran und mittlerweile mach ich kaum was lieber!

Magdalena: Schickst du manchmal geheime Grüße oder Botschaften übers Fernsehen?

Tobi: Also bisher hab ich das nicht gemacht – aber ist natürlich eine coole Idee, so versteckte Grüße zu schicken, die nur die Person versteht, die den Code kennt...

Magdalena: Gehen dir Erwachsene manchmal auf die Nerven? Was würdest du uns Kindern fürs Leben raten?

Tobi: Manchmal gehen mir Erwachsene auf die Nerven, ja. Es gibt aber eben auch einfach ein paar Erwachsene, die echt nervig sind... Und Kindern mag ich raten: Bleibt neugierig und interessiert und verliert nicht die Lust am Entdecken der Welt da draußen! Ich glaube das ist es, was manchen Erwachsenen irgendwann abhandengekommen ist ...

Magdalena: Danke, das hat voll Spaß gemacht!

Tobi: Ich danke dir für dein Interesse und dein tollen Fragen, Magdalena! 


Unsere Tipps fürs Kinderfilmfest:

„Die Tochter der Sonne“ (empfohlen ab 8 Jahren)

Die Kurzfilme „Kurzes für Kleines 5+“

„Der Räuber Hotzenplotz“ (empfohlen ab 6 Jahren)

„Comedy Queen“ (empfohlen ab 9 Jahren)

„Oink“ (empfohlen ab 6 Jahren)


Montag, 30. Mai 2022

 


Tolle Aktion des Kinderkunsthauses in Schwabing:

Ab sofort dürfen Kinder jeden ersten Sonntag im Monat (10-18 Uhr)
kostenlos vorbeikommen und nach Lust und Laune kreativ sein.
Auch für Geflüchtete stehen die Türen weit offen - der Eintritt ist für sie immer gratis.

"Kinderkunsthaus für alle" nennt sich dieses wunderbare Programm-Angebot.
Wir ziehen den Hut und wünschen allen Teilnehmern wilde Ideen und kunterbunte Tage!




Dienstag, 10. Mai 2022

"Frau Honig" – Kennt ihr schon die neue Mary Poppins der Münchnerin Sabine Bohlmann?

Die Münchner Autorin Sabine Bohlmann
hat immer Geschichten und Flausen im Kopf.
Ohne Bücher geht bei unserer bald siebenjährigen Luisa nichts mehr. Bei ihrer Liebe für Nöstlinger, Lindgren & Co. tanzen unsere Elternherzen natürlich Techno! Jetzt hat sie Frau Honig für sich entdeckt – ganz zauberhafte Geschichten eines Kindermädchens mit witzigen Ideen, inspirierendem Mut und magischen Fähigkeiten wie einst Mary Poppins. Wie praktisch, dass Autorin Sabine Bohlmann in München-Moosach wohnt und am liebsten zwischen Bienen und Blumen in ihrem Schrebergarten rumwurschtelt! Luisa hatte da nämlich ein paar Fragen...

* Übrigens: Von "Frau Honig" gibt es bereits 5 Folgen, die bei Thienemann-Esslinger erschienen sind. Wer will, kann sie sich aber auch von der Münchner Autorin Sabine Bohlmann vorlesen lassen - ihre CDs sind bei Hörbuch Hamburg erschienen. Große Lese- und Hörempfehlung! *

Luisa: Frau Bohlmann, wie hast du denn die Frau Honig erfunden?

Sabine Bohlmann: Alles begann, als ich meine Kinder Abends immer mal mit unserem "fliegenden Teppich" (also einer Decke) über
unseren Flur zum Bad und zum Zähneputzen fliegen ließ (also gezogen hab). Ich hab ein paar sehr lustige Dinge mit meinen Kindern gemacht und dachte irgendwann, wie lustig es wäre, wenn es jemanden gäbe, der als Kindermädchen in Familien geht, in denen es nicht so lustig zugeht, wie bei uns und der aber auch noch ein bisschen besser zaubern kann als ich. Und so war Frau Honig geboren. Die Bienen hab ich ihr mitgegeben, weil ich wollte, dass die Kinder, die die Geschichten lesen, die Bienen ins Herz schließen und somit mehr auf sie Acht geben. Bienen sind tolle Tiere und so wichtig für uns.

Luisa: Meine Mama hat früher Mary Poppins geliebt – du auch? Ich hab das mal überprüft und finde Frau Honig ja viel lustiger…

Sabine Bohlmann: Ja, ich bin auch ein großer Fan von Mary Poppins. Ich finde auch Frau Honig kann man gern mit ihr vergleichen. Vielleicht hat mich Mary Poppins ja auch ein bisschen zu Frau Honig inspiriert. Und ja, du hast recht, Frau Honig ist ein bisschen lustiger, weil sie nicht ganz so streng ist und ein bisschen kindlicher sein darf.

Luisa: Was könntest du gern von all dem, was Frau Honig kann?

Sabine Bohlmann: Ich kann ja alles, was sie kann! ;-) Meine Kinder auf dem Teppich fliegen lassen, lustige Gesichter aus meinem Pulli holen, wenn ich grummelig bin, böse Worte in ein Marmeladeglas sprechen, und Socken schieße ich täglich an die Lampe.

Luisa: Welche Geschichte magst du selbst am allerliebsten und warum?

Sabine Bohlmann: Von meinen Büchern? Von Frau Honig? Oder von allen Büchern der Welt?? Also meine Geschichten mag ich echt alle. Sie haben mich ja auch alle immer ein ganzes Stück begleitet, und ich mag die Charaktere so gern, die ich mir ausdenke. Vielleicht mag ich das "Frau Honig und die Magie der Worte"-Buch gerade ein bisschen mehr – da ich alles mit Büchern so mag. Von allen Büchern der Welt mag ich „Der geheime Garten“ und "Peter Pan" und "Harry Potter" und "Wunder".

Luisa: Wo wohnst du denn in München und was machst du am liebsten hier, wenn du nicht arbeitest?

Sabine Bohlmann: Ich wohne in Moosach und ich lieeeeeeebe die Stadt sehr. Ich geh gern mit meinem Fotoapparat in München spazieren und fotografiere. Ich zeichne gern und habe diesen kleinen Schrebergarten hier, den ich auch liebe.

Luisa: Und welche Kinderbücher schreibst du, wenn du gerade keine neuen Ideen für Frau Honig hast?

Sabine Bohlmann: "Ein Mädchen namens Willow" ist von mir, auch die "Geschichten vom kleinen Siebenschläfer"… Dann arbeite ich gerade an ein paar Bilderbüchern gleichzeitig. Mein Kopf ist immer voll mit Geschichten, die alle rauswollen.

Luisa: Danke für das Interview! Schreibst du bitte noch ganz viele Abenteuer von Frau Honig für uns auf?

Sabine Bohlmann: Das mach ich sehr gern! :-) Danke für die tollen Fragen, Luisa!


* * * * *
Und hier liest die Autorin Sabine Bohlmann für euch aus "Frau Honig" vor - ganz viel Spaß!



Montag, 31. Januar 2022

Unser Buch "Glücksorte in München" (4. Auflage) – und bald News!

Juhu, unser Buch "Glücksorte in München" gibt es inzwischen übrigens in der 4. Auflage! Wir freuen uns voll – und überraschen euch schon bald mit einem neuen Werk über München und die Welt. Stay tuned! ;-)

Sarah Welk: „Geschichten laufen wie ein Film in mir ab – ich muss nur mitschreiben“

Ein perfekter Tag ganz ohne Termine ist selten bei Sarah Welk. So einer, an dem sie irgendwann aufsteht, irgendwann frühstückt und irgendwie in den Tag hineinlebt, meist mit Büchern auf der Couch landet und abends gut essen geht, am liebsten mit Freunden und Familie in Italien. Aber für solch ein Leben ist Sarah auch zu temperamentvoll, zu kreativ und zu beschäftigt mit zwei Kindern, die sie zu immer neuen Geschichten inspirieren.

Arbeit, das war viele Jahre lang die Tagesschau. Jetzt lebt Sarah vom Schreiben und legt dabei eine mitreißende Leidenschaft an den Tag. Und große Disziplin. So hat sie schon sieben Bände für die hochgelobte Reihe „Ziemlich beste Schwestern“ (ab 7 Jahren) im Schwabinger Buchverlag arsEdition herausgebracht. Auf ihrem Rückweg von einer Lesung in der Schweiz zu Familie und sechs Hühnern an die Nordsee haben wir mit ihr geratscht – und viel gelacht.

 

Verrückt nach München: Sarah, was ist das Tollste am Bücherscheiben? Und was das Nervigste?

Sarah Welk: Es gibt Tage, an denen ich mich im Schreiben auf eine Art verliere. Die Geschichten sind dann einfach da, sie laufen wie ein Film in mir ab. Ich weiß genau, was passiert, wie die Figuren sich unterhalten, und ich muss nur noch mitschreiben. Es klingt etwas eigentümlich, aber dann sitze ich immer wieder kichernd in meinem Arbeitszimmer oder bin plötzlich von meinen eigenen Szenen zu Tränen gerührt. Diese Phasen sind großartig, und in ihnen kommt mir das Schreiben gar nicht wie Arbeit vor. Es gibt aber auch Tage, an denen ich mich mit jedem Satz quäle. Dann darf ich aber nicht einfach aufhören! Ich zwinge mich jeden Tag, eine festgelegte Zeichenzahl zu schreiben.

Warum bist du von der Tagesschau weggegangen? Mal bereut?

Sarah Welk: Weil sich mir die Chance geboten hat, vom Bücherschreiben zu leben. „Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße“ hat sich gut verkauft, und arsEdition hat mir signalisiert, dass der Verlag langfristig mit mir arbeiten möchte. Und da habe ich gedacht: Wenn ich mich jetzt nicht traue, zu springen, wann dann? Dazu kam, dass ich bei der Tagesschau im Schichtdienst gearbeitet habe: Wochenenddienste, Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht, Feiertagsarbeit. Das einzige, was mir an meinem alten Job fehlt, sind die Kolleginnen und Kollegen. Wir hatten es oft sehr schön zusammen.

Als was hast du sonst schon gearbeitet?

Sarah Welk: Platz 3 meiner kuriosesten Jobs: Spülhilfe in der Kantine einer großen Versicherung. Platz 2: Ein Jahr an der Supermarktkasse. Platz 1: Einen Tag Hühner impfen auf einer großen Hühnerfarm. Das mache ich nie wieder!

Dafür Mimi und Flo immer wieder! Das sind die beiden Schwestern aus deinen Büchern. Ihre Dynamik und Ideen sind wahnsinnig lustig! Wie sind die Zwei entstanden?

Sarah Welk: Sie sind eine Mischung aus meinem Familienalltag, den Erzählungen von Freundinnen und meiner eigenen Kindheit. Obendrauf dann noch jede Menge Quatsch mit Soße: Fertig sind die „Ziemlich besten Schwestern“!

Bist du eher „Team Mimi“ oder „Team Flo“?

Sarah Welk: Eigentlich Team Mama. Bevor der erste Band erschienen ist, hat ein freier Lektor zu mir gesagt: „Dieser Gegensatz von diesen lustigen Kindern und dieser wahnsinnig spießigen Mutter, herrlich!“ Ich habe die Augen aufgerissen, denn ehrlicherweise sagt die Mutter im Buch ständig Sachen, die ich auch sagen könnte.

Du hast dich dafür entschieden, die Bücher bei arsEdition herauszubringen – warum?

Sarah Welk: Ich empfinde arsEdition als einen sehr besonderen Verlag, es herrscht eine überall spürbare familiäre Atmosphäre. Mein Gefühl ist, dass die Leute dort wirklich gerne zur Arbeit kommen. Diese Stimmung überträgt sich sofort. Es gibt bei arsEdition so viele Menschen, mit denen ich nun schon seit Jahren eng und sehr vertrauensvoll zusammenarbeite. Außerdem finde ich es bemerkenswert, wie offen arsEdition auch immer wieder für neue Ideen ist: Manchmal habe ich einen Einfall, der noch nicht wirklich zu Ende gedacht ist. Meine Lektorin erkennt trotzdem, wohin ich will – und dann kauft arsEdition bei mir eine Idee, von der noch gar nicht ganz klar ist, was am Ende daraus wird.

Beim Lesen mussten wir an Madita und Pims denken. Welchen Einfluss hatte Astrid Lindgren auf dich?

Sarah Welk: Beim Schreiben habe ich nicht an Madita und Pims gedacht. In meiner Kindheit habe ich aber oft Bücher von Astrid Lindgren gelesen, mein liebstes war „Die Brüder Löwenherz“. Wenn man gerne liest, liegt vielleicht auch Wissen irgendwo unterbewusst in einer Art Gehirnschublade. Fängt man dann an, selber zu schreiben, fließt Vieles aus all diesen Geschichten mit ein, ohne dass es einer bewussten Entscheidung bedarf.

Was macht „Ziemlich beste Schwestern“ aus – im Buch und in echt?

Sarah Welk: Ziemlich beste Schwestern streiten, dass die Fetzen fliegen. Aber wenn es drauf ankommt, halten sie fest gegen den Rest der Welt zusammen.

Wann schreibst du, und was brauchst du, um kreativ zu sein?

Sarah Welk: Ich schreibe jeden Vormittag, sobald der Rest der Familie aus dem Haus ist. Das heißt: Ich koche mir einen Tee, schalte alle Telefone aus und sitze um Punkt 7.30 Uhr am Schreibtisch. Damit ich Ideen bekomme, brauche ich das Gefühl der absoluten Ungestörtheit. Aufstehen darf ich erst wieder, wenn ich die von mir vorher festgelegte Zeichenzahl geschafft habe. An guten Tagen geht das schneller, an schlechteren gibt es mittags aufgetauten Eintopf zum Essen.

Wie lange dauert ein Buch für dich – und dann tatsächlich, bis es erscheint?

Sarah Welk: An den Sachbüchern arbeite ich sechs bis acht Monate, für einen Band der „Ziemlich besten Schwestern“ oder von „Ich und meine Chaos-Brüder“ brauche ich etwa sechs Wochen. Von der Abgabe des Manuskripts bis zum Erscheinen des Buches vergehen dann aber viele Monate: Es muss ja noch lektoriert, illustriert und gedruckt werden.

Wann schaffst du noch wichtige Sachbücher wie „Tagesschau & Co.“ und „Wie du die Welt verändern kannst“?

Sarah Welk: Das Schreiben der Bücher ist bei mir in genauen Arbeitsplänen festgelegt. Bevor ich ein neues Projekt annehme, gehen meine Agentin und ich das präzise durch: Wie viele Zeichen pro Tag sind ohne Stress realistisch? Wie viel Zeitpuffer brauche ich, weil die Kinder vielleicht krank werden? Was ist mit den Schulferien? Erst wenn das alles passt, werden die Verträge mit den Abgabeterminen geschrieben. Ich arbeite niemals an mehreren Büchern parallel, sondern mache immer eines nach dem anderen. Im Moment steht der Plan bis Ende 2022.

Gibst du uns noch einen Spoiler fürs nächste „Schwestern“-Buch?

Sarah Welk: Im Moment arbeite ich gerade an einem ganz neuen Projekt, über das ich noch nicht so viel verraten darf. Nur so viel: Ich glaube, dass Fans der „Besten Schwestern“ und der „Chaos-Brüder“ das neue Buch auch mögen werden.

 

Alle Bände der Reihe:

Band 1: Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße
Band 2: Ziemlich beste Schwestern – So ein Affentheater!
Band 3: Ziemlich beste Schwestern – Mit Karacho in den Winter
Band 4: Ziemlich beste Schwestern – Volle Kanne Urlaub
Band 5: Ziemlich beste Schwestern – Total schief gewickelt
Band 6: Ziemlich beste Schwestern – Ich glaub, mich tritt ein Huhn!
Band 7: Ziemlich beste Schwestern – Spaghetti mit Konfetti

Die richtigen Kinderbücher für Regentage

Der Sommer ist rum, und der Herbst regnet sich ein. Die perfekte Zeit, um sich die neuesten Kinderbücher aus den Münchner Verlagen anzuschauen. Die richtigen Bücher für kleine Künstler, Umweltschützer, Geschichtsfreunde und Geschichtensammler.

München ist „ebs Bsonders“ – auch als Verlagsstadt. Wusstet ihr’s? Überall finden sich Lektorate und Kreativ-Tüftler. Mitten im Glockenbachviertel beispielsweise entstehen die unschlagbar attraktiven Knesebeck-Bücher zu ganz speziellen Themen. Den Geschichten, die die sympathischen Mitarbeiter von arsEdition in Schwabing in die Welt bringen, stecken voller Herz und guter Ideen. Im Nachbarviertel Maxvorstadt sitzt der Tulipan-Verlag mit seinen oft witzigen, spritzigen Werken. Und auch der cbj-Verlag aus Berg am Laim hat eine wunderbare Nische für seine Serien und etwas Nostalgie gefunden.

„Bedrohte Arten“, Knesebeck, ab 8 Jahren

Allein das Cover! Ein grafisch gestalteter Eisbär inmitten schmelzender weißer Berge… Von ihm, dem Berggorilla, dem Papageitaucher und vielen weiteren vom Aussterben bedrohten Tieren handelt dieses kunst- und eindrucksvolle Kindersachbuch. Eine Expedition voller Überraschungen – oder habt ihr schon einmal was vom Roten Marmorkrötchen oder dem Axolotl gehört? Eine wichtige Warnung an uns – und ein Schatz in unserem Buchregal!

„Ziemlich beste Schwestern“, arsEdition, ab 7

Im Gespräch mit Sarah Welk könnte ertappen wir uns bei dem Gedanken, dass sie die eigene Schwester sein könnte – so vertraut, quirlig und laut ist die Autorin dieser erfolgreichen Kinderbuchreihe. Auch bei den Abenteuern ihrer Figuren Mimi und Flo müssen wir einfach mitlachen. Das aktuellste Schlamassel heißt „Ich glaub, mich tritt ein Huhn!“. Unsere Kinder könnten die Bände als Erstleser vielleicht schon selbst erobern – aber noch lesen wir zusammen, weil es uns allen großen Spaß macht. Leseempfehlung von Herzen!

„Gebrannte Mandeln für Grisou“, Tulipan, ab 4

Heuer wird das nichts mit den Christkindlmärkten… aber umso mehr mit dieser stimmungsvollen Weihnachtsgeschichte! Der Graupapagei Grisou büxt aus, um sich einen dieser sagenumwobenen Weihnachtsmärkte mit Karussells und glitzernden Lichtern anzusehen. Ein ungewöhnlicher Held – und auch ein Weihnachtslied steht hier im Mittelpunkt. Eine wunderschöne Einstimmung Adventszeit und das gar nicht mehr so ferne Fest.

„Mit Jasper im Gepäck“, cbj, ab 8

Nein, Jasper ist kein Junge. Eher ein Zwergpony, das zwei schwedische Kinder beim Zoobesuch gewinnen. Klein, aber nicht klein genug, um es von Kopenhagen im Zug nach Hause zu schmuggeln und vor Tante Tinne geheim zu halten. Oder doch? Grandios witzig erzählt und charmant illustriert. Eine Neuauflage des wunderbaren Klassikers (1965) von Gunnel Linde, einer der bekanntesten Kinderbuchautorinnen gleich nach Astrid Lindgren. Müsst ihr unbedingt (vor-)lesen, immer wieder!

„Hier spielt die Musik: Das Orchester und seine Instrumente“, Knesebeck, ab 6

An kalten Tagen ist das bei uns oft so: Einer aus der Familie setzt sich spontan ans Klavier oder holt das Glockenspiel, einen Anderen zieht das magisch an, und gemeinsam improvisieren wir Songs und Sounds, mischen altbekanntes Liedgut darunter und generieren Ohrwürmer. Dieses wunder-wunderschöne Buch inspiriert dazu, selbst ein Instrument zu sein, und erklärt etwa, wie eine Klarinette oder das Notenlesen funktioniert und was Musik mit Religion und Mythologie zu tun hat. Jetzt schon ein Klassiker – für die Früherziehung und für Erwachsene.

„Liane und das Land der Geschichten“, arsEdition, ab 8

Ein faszinierendes Buch über die Magie des Lesens! Als Liane einen verzauberten Globus entdeckt, beginnt ihr Abenteuer im Land der Geschichten. Dieses Land ist in Gefahr; es verdorrt, weil die Menschen kaum noch lesen und immer fantasieloser werden. Ist es schon zu spät? Das erste Kinderbuch der Bestsellerautorin Elif Shafak ist ein leidenschaftliches Plädoyer fürs Lesen. Und es ist ein unendlich wertvolles Geschenk, weil es uns die unbändige Vorstellungskraft aus unserer Kindheit zurückgebracht hat!

„Parole Teetee“, Tulipan, ab 9

Und apropos magisch: Was kann die Tasche der wunderlichen Dame Teetee? Dass sie wirklich Wünsche erfüllen kann, ist zu abstrus -doch dann ist Teetee verschwunden – abgetaucht, verunglückt, entführt? So oder so muss sie gerettet und das Rätsel gelöst werden. Für die Kinder im Viertel heißt es: gut kombinieren, zusammenhalten und Parole Teetee! Ein äußerst unterhaltsames Buch, das nach Orangen schmeckt, wie ein Vogel zwitschert und nächtelang für Taschenlampen unter Bettdecken sorgen dürfte.