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| Die Münchner Autorin Sabine Bohlmann hat immer Geschichten und Flausen im Kopf. |
Dienstag, 10. Mai 2022
"Frau Honig" – Kennt ihr schon die neue Mary Poppins der Münchnerin Sabine Bohlmann?
Montag, 31. Januar 2022
Unser Buch "Glücksorte in München" (4. Auflage) – und bald News!
Sarah Welk: „Geschichten laufen wie ein Film in mir ab – ich muss nur mitschreiben“
Autorin Sarah Welk (Foto: Martin Kreutter)Ein perfekter Tag ganz ohne Termine ist selten bei Sarah Welk. So einer, an dem sie irgendwann aufsteht, irgendwann frühstückt und irgendwie in den Tag hineinlebt, meist mit Büchern auf der Couch landet und abends gut essen geht, am liebsten mit Freunden und Familie in Italien. Aber für solch ein Leben ist Sarah auch zu temperamentvoll, zu kreativ und zu beschäftigt mit zwei Kindern, die sie zu immer neuen Geschichten inspirieren.
Arbeit, das war viele Jahre lang die Tagesschau. Jetzt lebt Sarah vom Schreiben und legt dabei eine mitreißende Leidenschaft an den Tag. Und große Disziplin. So hat sie schon sieben Bände für die hochgelobte Reihe „Ziemlich beste Schwestern“ (ab 7 Jahren) im Schwabinger Buchverlag arsEdition herausgebracht. Auf ihrem Rückweg von einer Lesung in der Schweiz zu Familie und sechs Hühnern an die Nordsee haben wir mit ihr geratscht – und viel gelacht.
Verrückt nach München: Sarah, was ist das Tollste am Bücherscheiben? Und was das Nervigste?
Sarah Welk: Es gibt Tage, an denen ich mich im Schreiben auf eine Art verliere. Die Geschichten sind dann einfach da, sie laufen wie ein Film in mir ab. Ich weiß genau, was passiert, wie die Figuren sich unterhalten, und ich muss nur noch mitschreiben. Es klingt etwas eigentümlich, aber dann sitze ich immer wieder kichernd in meinem Arbeitszimmer oder bin plötzlich von meinen eigenen Szenen zu Tränen gerührt. Diese Phasen sind großartig, und in ihnen kommt mir das Schreiben gar nicht wie Arbeit vor. Es gibt aber auch Tage, an denen ich mich mit jedem Satz quäle. Dann darf ich aber nicht einfach aufhören! Ich zwinge mich jeden Tag, eine festgelegte Zeichenzahl zu schreiben.
Warum bist du von der Tagesschau weggegangen? Mal bereut?
Sarah Welk: Weil sich mir die Chance geboten hat, vom Bücherschreiben zu leben. „Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße“ hat sich gut verkauft, und arsEdition hat mir signalisiert, dass der Verlag langfristig mit mir arbeiten möchte. Und da habe ich gedacht: Wenn ich mich jetzt nicht traue, zu springen, wann dann? Dazu kam, dass ich bei der Tagesschau im Schichtdienst gearbeitet habe: Wochenenddienste, Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht, Feiertagsarbeit. Das einzige, was mir an meinem alten Job fehlt, sind die Kolleginnen und Kollegen. Wir hatten es oft sehr schön zusammen.
Als was hast du sonst schon gearbeitet?
Sarah Welk: Platz 3 meiner kuriosesten Jobs: Spülhilfe in der Kantine einer großen Versicherung. Platz 2: Ein Jahr an der Supermarktkasse. Platz 1: Einen Tag Hühner impfen auf einer großen Hühnerfarm. Das mache ich nie wieder!
Dafür Mimi und Flo immer wieder! Das sind die beiden Schwestern aus deinen Büchern. Ihre Dynamik und Ideen sind wahnsinnig lustig! Wie sind die Zwei entstanden?
Sarah Welk: Sie sind eine Mischung aus meinem Familienalltag, den Erzählungen von Freundinnen und meiner eigenen Kindheit. Obendrauf dann noch jede Menge Quatsch mit Soße: Fertig sind die „Ziemlich besten Schwestern“!
Bist du eher „Team Mimi“ oder „Team Flo“?
Sarah Welk: Eigentlich Team Mama. Bevor der erste Band erschienen ist, hat ein freier Lektor zu mir gesagt: „Dieser Gegensatz von diesen lustigen Kindern und dieser wahnsinnig spießigen Mutter, herrlich!“ Ich habe die Augen aufgerissen, denn ehrlicherweise sagt die Mutter im Buch ständig Sachen, die ich auch sagen könnte.
Du hast dich dafür entschieden, die Bücher bei arsEdition herauszubringen – warum?
Sarah Welk: Ich empfinde arsEdition als einen sehr besonderen Verlag, es herrscht eine überall spürbare familiäre Atmosphäre. Mein Gefühl ist, dass die Leute dort wirklich gerne zur Arbeit kommen. Diese Stimmung überträgt sich sofort. Es gibt bei arsEdition so viele Menschen, mit denen ich nun schon seit Jahren eng und sehr vertrauensvoll zusammenarbeite. Außerdem finde ich es bemerkenswert, wie offen arsEdition auch immer wieder für neue Ideen ist: Manchmal habe ich einen Einfall, der noch nicht wirklich zu Ende gedacht ist. Meine Lektorin erkennt trotzdem, wohin ich will – und dann kauft arsEdition bei mir eine Idee, von der noch gar nicht ganz klar ist, was am Ende daraus wird.
Beim Lesen mussten wir an Madita und Pims denken. Welchen Einfluss hatte Astrid Lindgren auf dich?
Sarah Welk: Beim Schreiben habe ich nicht an Madita und Pims gedacht. In meiner Kindheit habe ich aber oft Bücher von Astrid Lindgren gelesen, mein liebstes war „Die Brüder Löwenherz“. Wenn man gerne liest, liegt vielleicht auch Wissen irgendwo unterbewusst in einer Art Gehirnschublade. Fängt man dann an, selber zu schreiben, fließt Vieles aus all diesen Geschichten mit ein, ohne dass es einer bewussten Entscheidung bedarf.
Was macht „Ziemlich beste Schwestern“ aus – im Buch und in echt?
Sarah Welk: Ziemlich beste Schwestern streiten, dass die Fetzen fliegen. Aber wenn es drauf ankommt, halten sie fest gegen den Rest der Welt zusammen.
Wann schreibst du, und was brauchst du, um kreativ zu sein?
Sarah Welk: Ich schreibe jeden Vormittag, sobald der Rest der Familie aus dem Haus ist. Das heißt: Ich koche mir einen Tee, schalte alle Telefone aus und sitze um Punkt 7.30 Uhr am Schreibtisch. Damit ich Ideen bekomme, brauche ich das Gefühl der absoluten Ungestörtheit. Aufstehen darf ich erst wieder, wenn ich die von mir vorher festgelegte Zeichenzahl geschafft habe. An guten Tagen geht das schneller, an schlechteren gibt es mittags aufgetauten Eintopf zum Essen.
Wie lange dauert ein Buch für dich – und dann tatsächlich, bis es erscheint?
Sarah Welk: An den Sachbüchern arbeite ich sechs bis acht Monate, für einen Band der „Ziemlich besten Schwestern“ oder von „Ich und meine Chaos-Brüder“ brauche ich etwa sechs Wochen. Von der Abgabe des Manuskripts bis zum Erscheinen des Buches vergehen dann aber viele Monate: Es muss ja noch lektoriert, illustriert und gedruckt werden.
Wann schaffst du noch wichtige Sachbücher wie „Tagesschau & Co.“ und „Wie du die Welt verändern kannst“?
Sarah Welk: Das Schreiben der Bücher ist bei mir in genauen Arbeitsplänen festgelegt. Bevor ich ein neues Projekt annehme, gehen meine Agentin und ich das präzise durch: Wie viele Zeichen pro Tag sind ohne Stress realistisch? Wie viel Zeitpuffer brauche ich, weil die Kinder vielleicht krank werden? Was ist mit den Schulferien? Erst wenn das alles passt, werden die Verträge mit den Abgabeterminen geschrieben. Ich arbeite niemals an mehreren Büchern parallel, sondern mache immer eines nach dem anderen. Im Moment steht der Plan bis Ende 2022.
Gibst du uns noch einen Spoiler fürs nächste „Schwestern“-Buch?
Sarah Welk: Im Moment arbeite ich gerade an einem ganz neuen Projekt, über das ich noch nicht so viel verraten darf. Nur so viel: Ich glaube, dass Fans der „Besten Schwestern“ und der „Chaos-Brüder“ das neue Buch auch mögen werden.
Alle Bände der Reihe:
Band 1: Ziemlich beste Schwestern – Quatsch mit Soße
Band 2: Ziemlich beste Schwestern – So ein Affentheater!
Band 3: Ziemlich beste Schwestern – Mit Karacho in den Winter
Band 4: Ziemlich beste Schwestern – Volle Kanne Urlaub
Band 5: Ziemlich beste Schwestern – Total schief gewickelt
Band 6: Ziemlich beste Schwestern – Ich glaub, mich tritt ein Huhn!
Band 7: Ziemlich beste Schwestern – Spaghetti mit Konfetti
Die richtigen Kinderbücher für Regentage
Der Sommer ist rum, und der Herbst regnet sich ein. Die perfekte Zeit, um sich die neuesten Kinderbücher aus den Münchner Verlagen anzuschauen. Die richtigen Bücher für kleine Künstler, Umweltschützer, Geschichtsfreunde und Geschichtensammler.
München ist „ebs Bsonders“ – auch als Verlagsstadt. Wusstet ihr’s? Überall finden sich Lektorate und Kreativ-Tüftler. Mitten im Glockenbachviertel beispielsweise entstehen die unschlagbar attraktiven Knesebeck-Bücher zu ganz speziellen Themen. Den Geschichten, die die sympathischen Mitarbeiter von arsEdition in Schwabing in die Welt bringen, stecken voller Herz und guter Ideen. Im Nachbarviertel Maxvorstadt sitzt der Tulipan-Verlag mit seinen oft witzigen, spritzigen Werken. Und auch der cbj-Verlag aus Berg am Laim hat eine wunderbare Nische für seine Serien und etwas Nostalgie gefunden.
„Bedrohte Arten“, Knesebeck, ab 8 Jahren
Allein das Cover! Ein grafisch gestalteter Eisbär inmitten schmelzender weißer Berge… Von ihm, dem Berggorilla, dem Papageitaucher und vielen weiteren vom Aussterben bedrohten Tieren handelt dieses kunst- und eindrucksvolle Kindersachbuch. Eine Expedition voller Überraschungen – oder habt ihr schon einmal was vom Roten Marmorkrötchen oder dem Axolotl gehört? Eine wichtige Warnung an uns – und ein Schatz in unserem Buchregal!
„Ziemlich beste Schwestern“, arsEdition, ab 7
Im Gespräch mit Sarah Welk könnte ertappen wir uns bei dem Gedanken, dass sie die eigene Schwester sein könnte – so vertraut, quirlig und laut ist die Autorin dieser erfolgreichen Kinderbuchreihe. Auch bei den Abenteuern ihrer Figuren Mimi und Flo müssen wir einfach mitlachen. Das aktuellste Schlamassel heißt „Ich glaub, mich tritt ein Huhn!“. Unsere Kinder könnten die Bände als Erstleser vielleicht schon selbst erobern – aber noch lesen wir zusammen, weil es uns allen großen Spaß macht. Leseempfehlung von Herzen!
„Gebrannte Mandeln für Grisou“, Tulipan, ab 4
Heuer wird das nichts mit den Christkindlmärkten… aber umso mehr mit dieser stimmungsvollen Weihnachtsgeschichte! Der Graupapagei Grisou büxt aus, um sich einen dieser sagenumwobenen Weihnachtsmärkte mit Karussells und glitzernden Lichtern anzusehen. Ein ungewöhnlicher Held – und auch ein Weihnachtslied steht hier im Mittelpunkt. Eine wunderschöne Einstimmung Adventszeit und das gar nicht mehr so ferne Fest.
„Mit Jasper im Gepäck“, cbj, ab 8
Nein, Jasper ist kein Junge. Eher ein Zwergpony, das zwei schwedische Kinder beim Zoobesuch gewinnen. Klein, aber nicht klein genug, um es von Kopenhagen im Zug nach Hause zu schmuggeln und vor Tante Tinne geheim zu halten. Oder doch? Grandios witzig erzählt und charmant illustriert. Eine Neuauflage des wunderbaren Klassikers (1965) von Gunnel Linde, einer der bekanntesten Kinderbuchautorinnen gleich nach Astrid Lindgren. Müsst ihr unbedingt (vor-)lesen, immer wieder!
„Hier spielt die Musik: Das Orchester und seine Instrumente“, Knesebeck, ab 6
An kalten Tagen ist das bei uns oft so: Einer aus der Familie setzt sich spontan ans Klavier oder holt das Glockenspiel, einen Anderen zieht das magisch an, und gemeinsam improvisieren wir Songs und Sounds, mischen altbekanntes Liedgut darunter und generieren Ohrwürmer. Dieses wunder-wunderschöne Buch inspiriert dazu, selbst ein Instrument zu sein, und erklärt etwa, wie eine Klarinette oder das Notenlesen funktioniert und was Musik mit Religion und Mythologie zu tun hat. Jetzt schon ein Klassiker – für die Früherziehung und für Erwachsene.
„Liane und das Land der Geschichten“, arsEdition, ab 8
Ein faszinierendes Buch über die Magie des Lesens! Als Liane einen verzauberten Globus entdeckt, beginnt ihr Abenteuer im Land der Geschichten. Dieses Land ist in Gefahr; es verdorrt, weil die Menschen kaum noch lesen und immer fantasieloser werden. Ist es schon zu spät? Das erste Kinderbuch der Bestsellerautorin Elif Shafak ist ein leidenschaftliches Plädoyer fürs Lesen. Und es ist ein unendlich wertvolles Geschenk, weil es uns die unbändige Vorstellungskraft aus unserer Kindheit zurückgebracht hat!
„Parole Teetee“, Tulipan, ab 9
Und apropos magisch: Was kann die Tasche der wunderlichen Dame Teetee? Dass sie wirklich Wünsche erfüllen kann, ist zu abstrus -doch dann ist Teetee verschwunden – abgetaucht, verunglückt, entführt? So oder so muss sie gerettet und das Rätsel gelöst werden. Für die Kinder im Viertel heißt es: gut kombinieren, zusammenhalten und Parole Teetee! Ein äußerst unterhaltsames Buch, das nach Orangen schmeckt, wie ein Vogel zwitschert und nächtelang für Taschenlampen unter Bettdecken sorgen dürfte.
Donnerstag, 1. Februar 2018
11 Mal München – endlose Heimatliebe
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| Der wunderbare „Olyturm“ (Foto: Tobias Zils/unsplash.com) |
Wie ihr wisst, sind wir verrückt nach München. Die Stadt hat Berge, Ecken und Kanten, ist mal kuschelig klein, mal aggressiv eng, mal ein großes Biergarten-Miteinander, mal ein Platzerl Erde, das sich nur noch die Großkopferten leisten können. München ist streitbar und wunderbar. Alles auf einmal. Und damit einzigartig. Wir lieben diese Stadt – wofür genau, das erzählen wir euch in diesem Interview, mit dem wir an der Blogparade „Heimatliebe“ teilnehmen.
Was ist für euch Heimat? Was bezeichnet ihr als eure Heimat?
Verrückt nach München: Hier ist’s kleiner als in Berlin und größer als aufm Dorf. Es bleibt anonym, und doch kennt sich jeder in München. Genau richtig zum Lieben, Leben, Lustigsein! Außerdem schätzen wir: den Franz-Beckenbauer-Dialekt, Brezn ooooohne Ende, dass der Berg ruft und ein bisschen auch den Weißwurst-Duft am Vormittag.
Wo liegt eure Heimat? Beschreibt die geographische Lage.
VnM: An der Isar, mit bestem Blick auf die Berge. Und natürlich: Fast noch in Italien!
Nennt drei Highlights, die jeder Tourist unbedingt besuchen muss.
VnM: Da gibt es viele, natürlich die Klassiker, wie die Bavaria, den Olympiaturm oder für Fußball-Fans die Allianz Arena. Kleiner und feiner finden wir aber:
Die Oide Wiesn,
Den Stemmerhof mit Stemmerwiese – weil es hier noch vor kurzem den letzte Bauernhof Münchens gab – mitten in der Stadt!
Seit neuestem: Die MS Utting. Der ehemalige Ausflugsdampfer wurde vom Ammersee auf eine kleine Brücke am Großmarkt umgesiedelt. Dort ist das Schiff jetzt Ort für Geselligkeit und Kultur.
Was kann man mit Kindern einen Tag lang machen?
VnM: Spielenachmittag im Luitpoldpark.
Eine Aufzugfahrt im Olympiaturm.
Hosenhüpfen und Dosenwerfen auf der „Oidn Wiesn“.
An der Floßlände baden, picknicken und Surfer gucken.
Es regnet in strömen, was könnt ihr als Schlecht-Wetter-Programm empfehlen?
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| Der Olympiaturm im Pfützenspiegel (Foto: Dominik Stötter/unsplash.com) |
VnM: Einen Cold-Brew-Kaffee im Standl 20 auf dem Elisabethmarkt oder einen Cappuccino im Café Emilo. Dann einen „Monaco Franze“ und einen Bio-Glühwein im „Milchhäusl“ oder die beste Currywurst der Stadt im Kiosk „Alles Wurscht“. Was nie verkehrt ist: ein runde, fettige Schweinerei im Café Schmalznudel.
Welches Hotel könnt ihr empfehlen?
VnM: „The Flushing Meadows“ in der Fraunhoferstraße – zentraler geht’s nicht, die Zimmer haben einen angenehm schlichten Retro-Stil, und die Dachterrasse macht uns immer wieder kurz sprachlos.
Wo befindet sich euer absoluter Lieblingsplatz – und warum ist es euer Lieblingsplatz?
VnM: Ganz privat sind das unser Holztisch in der Küche mit Kerzenwachs drauf und allerhand Spuren unserer Kinder. Tagsüber schweift der Blick nach draußen über einen romantisch-zugewachsenen Balkon, abends essen wir im warmen Licht einer PH5-Leuchte. Wenn wir strawanzen, lieben wir die Ruhe im kleinen und deshalb auch nicht ganz so bekannten Bavariapark und samstagmorgens das bunte Stelldichein beim Wochenmarkt in der Klenzeschule. Auch schön: libanesisch essen im „Manouche“.
Was ist der absolute Geheimtipp, der in keinem Reiseführer beschrieben ist?
VnM: Um halbsechs in der Früh am Viktualienmarkt bei Karnoll’s Backstandl einen frisch gebrühten Filterkaffee genießen. Dazu an einer ofenfrischen Brezn knabbern und die Marktleut‘ beobachten.
Was ist die schönste Veranstaltung des Jahres?
VnM: Wenn die Menschen im Juni zum Tanzen aufn Kocherlball am Chinesischen Turm zusammenkommen. Ist aber nur was für Frühaufsteher!
In welcher Jahreszeit ist es in eurer Heimat am schönsten und warum?
Im Sommer, wenn der Biergarten zum Essen einlädt, und die Hackerbrücke zum Trinken und in die Ferne schau’n, und der Flaucher zum Feiern in einer lauen Sommernacht.
Im Herbst, wenn im Luitpoldpark Millionen Kastanien und Blätter fallen und fallen und fallen.
Im Winter, wenn Wanderschuhe, Skier oder Schlitten in die Berge oder auf den nächsten Hügel führen.
Samstag, 30. Dezember 2017
Auf einen Cappu zur Erika
Wir hatten fast schon ein bisschen Angst, das neue Café Erika in der Senserstraße in Sendling könnte sich nicht durchsetzen. Liegt es doch ein bisschen ab vom Schuss in einer kleinen Seitenstraße zur Lindwurmstraße.
Was wir außerdem lieben: hyggelige Kissen, Sonnenblumen und bunte Postkarten drinnen und den kleinen Innenhof draußen, den man ganz schnuckelig über das Treppenhaus erreicht.
Dienstag, 12. Dezember 2017
Wie wär’s mit „Ein bisschen den Planeten retten“

Photo by Andrew Coelho on Unsplash
Liebe Leute, es ist ein kompliziertes Thema. Alle reden vom Klimawandel. Nachhaltig leben, lautet die Zauberformel. Es geht um Mülltrennung – also Bio und Plastik, und Glas in den Container, für Kartons und Co. gibt’s die Papiertonne…. äh oder wie? Außerdem diskutiert die Welt über autofreie Zonen in Großstädten, vegane Ernährung …und was ist überhaupt Mikroplastik!?
Mal ehrlich: Am Ende sind wir ziemlich überfordert bei dem Thema. Dabei gilt tatsächlich nur eins: Es sind die kleinen Dinge, die schon sehr viel helfen. Ist das nicht ungemein beruhigend. In einem Artikel stand kürzlich sehr treffend geschrieben: „Wenn wir nicht wollen, dass unsere Enkelkinder uns eines Tages nach der Bedeutung des Wortes ‚Schnee‘ fragen, müssen wir aktiv werden.“ Absolut, sagen wir – deshalb nehmen wir diesen Gedanken in unseren Alltag mit, fahren öfter Fahrrad und versuchen, mit ein bisschen Mitdenken und Disziplin im Handumdrehen diesen Planeten zu retten. Logisch, oder! Und das heißt:
Kaffee trinken ohne Pappbecher
Am erstrebenswertesten ist es, seinen Kaffee ganz entspannt in einem Café oder zu Hause genießen zu können. Man glaubt es kaum: Immer mehr Münchner machen das und gehen zum Beispiel ganz bewusst in der Früh noch vor der Arbeit auf einen Cappu und ein Cornetto in ihr Liebslingscafé um die Ecke. Wir haben darüber berichtet. Lassen die Umstände kein entspanntes Päuschen zu, appellieren wir aber ganz stark: Nehmt eure eigenen Tassen und To Go-Cups mit und verzichtet auf Einwegbecher für unterwegs. In Deutschland allein sind es etwa 2,8 Milliarden Einwegbecher, die laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) pro Jahr verbraucht werden. In München zählt der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) rund 190.000 Wegwerfbecher täglich. Das produziert Unmengen Müll und verschlingt Massen an Wasser.
Die Münchner Studentin Julia Post hat bereits vor einiger Zeit die Aktion „Coffee to go again“ ins Leben gerufen und damit dem Kaffeebecher-Müll den Kampf angesagt. Inzwischen hat auch die Stadt eine Marketingkampagne gestartet, die die Münchner zum Umstieg auf Mehrwegbecher bewegen soll. Viele Cafés verkaufen wiederverwertbare Becher in allen Farben und Formen. Und Dutzende Münchner Lokale machen bei dem Mehrweg-Pfandsystem „Recup“ mit. Die Idee: Für einen Euro Pfand bekommt man seinen Kaffee für unterwegs in einem BPA-freien Plastikbecher. Hat man ausgetrunken, kann man den Becher in einem anderen Café wieder abgegeben. Eine App bietet einen Überblick aller „Recup“-Anbieter in München.Wenn man früher mitdenkt, geht’s aber auch noch unkomplizierter: Einfach eigenen Coffee to Go-Becher mitnehmen. Die meisten Kaffeeketten füllen den bestellten Kaffee direkt rein.
Mehr Leitungswasser trinken
Wir lieben unser Münchner Acqua Monaco, produziert aus dem Wasser der Münchner Schotterebene. Was aber beim Thema Nachhaltigkeit noch besser ankommt: Leitungswasser. Laut „Stiftung Warentest“ fließt hierzulande weltweit eines der besten und gesündesten Wasser aus dem Hahn. Um Trinkwasser aus der Leitung populär zu machen und den Zugang zu Trinkwasser weiter zu verbessern, hat die EU-Kommission aktuell eine Überarbeitung der Trinkwasser-Richtlinie vorgeschlagen. Denn: Leitungswasser bedeutet weniger Müll und geringere Kosten im Vergleich zu Wasser aus Plastikflaschen.
Wer nicht auf Sprudel verzichten mag, der holt sich einen SodaStream (Preis von 99 bis 189 Euro) nach Hause. Bei dem Modell „Crystal“ können sogar Glasflaschen befüllt werden. Die sehen besser aus als die Plastik-Variante und sind auch um einiges länger haltbar. Ach ja, und Rücken schonender ist der SodaStream außerdem, weil Wasser schleppen wegfällt.
Übrigens: An zahlreichen Stellen in München gibt es so genannte Refill-Stationen, an denen jeder seine mitgebrachte Flasche kostenlos mit Trinkwasser auffüllen lassen kann. Die Refill-Idee ist inzwischen in zahlreichen Städten deutschlandweit etabliert. Hier könnt ihr sehen, wer in München mitmacht.
Öfter mal Secondhand shoppen
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| Naturkosmetik-Marke mit klarem Statement: „Stop the water while using me“ |
Im Grunde geht’s aber darum, am besten keine neuen Klamotten zu kaufen. Denn: Kaufe ich ein neues Stück, kurbelt das die Produktion an und Ressourcen werden weiter verbraucht. Wer Secondhand kauft und seine bereits getragenen Sachen an gemeinnützige Projekte (wie zum Beispiel Oxfam oder den Weißen Raben) spendet, hilft doppelt und spart dabei noch Geld. Von dem Ersparten kann man sich dann übrigens öfter mal auch ein etwas teureres, fair produziertes Teil von einem Öko-Label leisten.
Einkaufen mit Jutebeutel statt Plastiktüten
Mit ihrer Richtlinie will die EU den Verbrauch von Plastiktüten einschränken und so die Umweltbelastung reduzieren. Konkret heißt das: Beim Einkaufen gibt’s gleich gar keine Plastiktüte mehr oder sie kostet. Überaus schöner Nebeneffekt: Die Stofftasche ist wieder da – oft mit flotten Sprüchen und in nettem Design. Wir lieben ja die von #mucbook mit dem Schriftzug „Weniger BussiBussi – mehr Amore!“-
So ein Stofftbeutel hat doch locker noch Platz auch in der kleinsten Handtasche. Damit sind spontane Supermarkt-Einkäufe in jedem Fall drin – auch unter Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten. Das Thema ist ernst. Denn: Bis Plastik völlig zersetzt ist, können bis zu 400 Jahre vergehen. In den Meeren schwimmt Plastikmüll, der unseren Lebensraum zerstört – und die Tiere, die darin leben und die Kunststoffe mit richtiger Nahrung verwechseln und daran sterben.














