Freitag, 17. November 2017


Fühlen,
fantasieren,
glücklich sein - 
unser Plädoyer
zum Vorlesetag


Wenn wir ehrlich sind, lassen wir uns immer noch gerne vorlesen. Erwachsenen-Hörspiele und Betthupferl-Geschichten für Kinder, die Speisekarte beim Inder, die Schlagzeilen von Spiegel Online, den Einkaufszettel bei Ikea und die Postkarte von Freunden. Warum sollte es Kindern da anders gehen? Wir liefern ihnen mit Bildern und Buchstaben das Drehbuch für die herrlichsten Geschichten in ihrem Kopf.

Allerdings wird in Deutschland viel zu wenig vorgelesen. Das sagt die Stiftung Lesen, die den 17. November zum bundesweiten Vorlesetag erklärt hat. Zumindest 15 Minuten pro Tag sollten es den Experten zufolge schon sein. Immer noch viel zu wenig, finden wir - aber ein Drittel der Eltern schafft nicht mal das. Was uns an der Statistik auch gar nicht gefällt: Fast alle Mütter lesen vor, aber nur knapp 40 Prozent der Väter. Das ist armselig in einem solch reichen Land.

Denn Vorlesen ist unendlich wichtig für unsere wissbegierigen Kinder. Wer lesen kann, entwickelt seine Vorstellungsgabe, seine Fantasie. Er kann sich konzentrieren, logisch denken und die Gefühle anderer nachempfinden. Und das Wichtigste: Lesen macht glücklich. Es gibt jedem von uns ein tiefes und befriedigendes Verständnis. Bücher sind einfach das beste Medium aller Zeiten.

Mit dem Vorlesen sollte man übrigens schon bei Kindern ab einem Alter von sechs Monaten beginnen - mit drei Jahren ist es dann schon zu spät, das zeigt sich spätestens in der Grundschule. Für Babys und Kleinkinder tun es simple Bilderbücher wie "Ein Jahr im Wald", zu denen wir ganz automatisch in ganzen Sätzen unsere Geschichten erzählen. Zum Vorlesen braucht es also noch nicht einmal Buchstaben. Das haben wir heute bei einem Treffen mit unserem Lieblingsverlag arsEdition in Schwabing gelernt. Von dort kommen auch unsere Lieblingsbücher als Inspiration für das Christkind, den Nikolaus oder ein Geschenk einfach nur so zwischendurch. Lesen ist Leben - und kein Luxus!

"Lesen, kuscheln, träumen - Vorlesegeschichten von Isabel Abedi"


Ab 4 Jahren: Die Autorin erzählt Geschichten zum Träumen, Lachen und Trösten: vom 99. Schaf, das beim Schäfchenzählen aus der Reihe tanzt, vom Schlawatz, dem märchenhaften Traumwunscherfüller, von der blöden Ziege und der dummen Gans, die sich eigentlich doch sehr gerne haben, von Tobias, der es kaum erwarten kann, bis seine Mama von der Geschäftsreise nach Hause kommt, vom kleinen Gespenst, das sich auch mal gruselt, von der kleinen Fee und vielen mehr. Ein richtig toller Vorleseschatz für die Familie mit wunderschönen Bildern von Dagmar Henze.


"Ein Jahr im Wald" von Emilia Dziubak

Ab 3 Jahren: Wie oben erwähnt, braucht es fürs Vorlesen keine Buchstaben. In diesem großartigen Wimmelbuch werden einfach die eigenen Erklärungen und Entdeckungen vorgelesen. Bären, Füchse, Vögel, Eichhörnchen, Hasen - im Wald leben viele Tiere. Von Januar bis Dezember zeigt jede Seite den Wald bei verschiedenem Wetter und zu verschiedenen Tageszeiten. So finden große und kleine Leser Antworten auf die Fragen: Was spielen die Tiere und wie ruhen sie sich aus? Wer schläft am Tag und wer in der Nacht? Wer mag wen? Was fressen sie am liebsten? Ein Spiel ist auch noch integriert - und stundenlange Beschäftigung garantiert.


"Linas Reise ins Land Glück" von Martin Widmark

Ab 5 Jahren: Auch dieses Buch ist von Emilia Dziubak illustriert und lädt zum Träumen ein. Zum Einschlafen erzählt Lina dem kleinen Daniel eine märchenhafte Geschichte aus ihrer Vergangenheit: Als kleines Mädchen landet sie auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder in einer wundersamen Welt – dem Land Glück. Dort trifft sie auf sprechende Insekten und einen höflichen Käfer in Frack und mit Fliege, der sie an die wundervollsten Orte führt. Doch nicht alles ist so einfach wie es scheint... Für alle Liebhaber von "Alice im Wunderland".


"Träum schön, bald ist Weihnachten!"

Ab 3 Jahren: Eigentlich ist das hier ein Adventskalender mit 24 traumhaften Vorlesegeschichten in der Vorweihnachtszeit. Das Besondere an diesem Buch sind nämlich die Seiten zum Aufreißen, so wird das Warten auf Weihnachten zu einem Vergnügen. Mit Illustrationen von Ruth Yo Rühmer.

"Superstarke Geschichten vom Größerwerden"


Ab 3 Jahren: Vier Bilderbuchgeschichten aus dem Kinderalltag begleiten die Kleinsten beim Großwerden. Sie erzählen von einem aufregenden Tag im Kindergarten und vom Zähneputzen mit dem Zahnputz-Drachen. Vom Streiten und Versöhnen mit Geschwistern und davon, wie schön es ist, mit anderen zu teilen. Einfühlsam erzählt von Katja Burkard, Sabine Cuno und Charlotte Habersack, und liebevoll illustriert von Andrea Hebrock, Ana-Maria Weller und Miriam Cordes.

"Hase und Holunderbär - Bärenstarke Weihnachtsgeschichten" von Walko


Ab 6 Jahren: Hier gibt's zwei wunderbare Weihnachtsgeschichten mit den Freunden Hase und Holunderbär in einem Band. Wie schön ist es doch in der verschneiten Hasenheide! Der kleine Hase und der Holunderbär freuen sich schon auf den Weihnachtsabend. Doch bevor sie mit ihren Freunden feiern können, gibt es noch eine Menge Abenteuer zu erleben: Dem kleinen Murmeltierjungen Manni muss geholfen werden - sein Brief an den Weihnachtsmann ist nämlich verloren gegangen. Und die Wohnhöhle des dicken Jakob wurde unter dem vielen Schnee begraben - er braucht dringend eine neue Bleibe...

"Es weihnachtet sehr!" von Sandra Grimm

Ab 4 Jahren: In Minutengeschichten und Gedichten erzählt Sandra Grimm von weihnachtlichen Glücksmomenten und Winterwunderwelten, von vernaschten Engeln, frechen Rentieren und vom Schlittenrennen der Weihnachtswichtel. Dazwischen finden sich auch noch viele klassische Weihnachtslieder, alles liebevoll illustriert von Anna Karina Birkenstock. Für wunderbar gemütliche Vorlesestunden.

Donnerstag, 19. Oktober 2017


Diese Handtasche ist eine echte Münchnerin

So freuen wir uns sonst nur über Urlaub im Bulli oder Regenbogen über den Dächern der Stadt. Das Münchner Label "Kurzzug" bringt seine erste Damenhandtasche auf den Markt. "Bessere Hälfte" heißt sie, und sie wird Wort halten: Sie wird jeden Tag ein bisschen hübscher für euch machen und euch in allen Lebenslagen zur Seite stehen. Und die Leute werden unverholen sagen: "Ihr passt perfekt zusammen. Ein schönes Paar!"

Zum Glück ist die Handtasche keine Tussi. Sie ist strapazierfähig und nicht so schnell beleidigt, noch dazu sportlich, elegant und cool - halt eine echte Münchnerin. Denn wie alle Produkte der Marke "Kurzzug" ist sie aus original Münchner U-Bahn-Leder gefertigt. Im schönen Padua hat sie ihre Figur bekommen, ihr Facelift und die Accessoires. Und ja, ein Tattoo hat sie auch.

Aber seid beruhigt: Die Gute sieht nicht nur grandios aus - sie kann auch was. Sie ist ein Tausendsassa, eine Hoppetosse und stark wie Pippi Langstrumpf. Sie hat unser MacBook pro (13 Zoll hat das) immer griffbereit. Zusätzlich bringt sie ein iPad und das Smartphone unter. Dazu gibt im beigen Innenstoff ein extra großes und verschließbares Fach fürs Portemonnaie und noch ein kleines für Stifte. Und das Aaaaallerwichtigste: Die Handtasche ist riiiiesig. Sie schluckt ohne Probleme Sonnenbrille, Handcreme, Nagellack, eine Wasserflasche, Haargummis, Duplos, Schlüssel, eine Leberkässemmel, Tempos, Kita-Sachen, Tennis-Schläger, drei Milliarden Post-its, einen Schoßhund, ...



Ausliefert werden sie dann im November. Vom Pre-Christkindl.


Wir haben die "Kurzzug"-Macher Jörg Schleeburg und Wolfgang Bischof schon einmal interviewt.
Erinnert ihr euch? Hier geht's zum Artikel!


Dienstag, 10. Oktober 2017

Der wunderbare "Olyturm" (Foto: Tobias Zils/unsplash.com)


11 Mal München - endlose Heimatliebe

Wie ihr wisst, sind wir verrückt nach München. Die Stadt hat Berge, Ecken und Kanten, ist mal kuschelig klein, mal aggressiv eng, mal ein großes Biergarten-Miteinander, mal ein Platzerl Erde, das sich nur noch die Großkopferten leisten können. München ist streitbar und wunderbar. Alles auf einmal. Und damit einzigartig. Wir lieben diese Stadt - wofür genau, das erzählen wir euch in diesem Interview, mit dem wir an der Blogparade "Heimatliebe" teilnehmen.


Was ist für euch Heimat? Was bezeichnet ihr als eure Heimat?

Verrückt nach München: Hier ist's kleiner als in Berlin und größer als aufm Dorf. Es bleibt anonym, und doch kennt sich jeder in München. Genau richtig zum Lieben, Leben, Lustigsein! Außerdem schätzen wir: den Franz-Beckenbauer-Dialekt, Brezn ooooohne Ende, dass der Berg ruft und ein bisschen auch den Weißwurst-Duft am Vormittag.

Wo liegt eure Heimat? Beschreibt die geographische Lage.

VnM: An der Isar, mit bestem Blick auf die Berge. Und natürlich: Fast noch in Italien!

Nennt drei Highlights, die jeder Tourist unbedingt besuchen muss.

VnM: Da gibt es viele, natürlich die Klassiker, wie die Bavaria, den Olympiaturm oder für Fußball-Fans die Allianz Arena. Kleiner und feiner finden wir aber: 
Die Oide Wiesn, 
Den Stemmerhof mit Stemmerwiese - weil es hier noch vor kurzem den letzte Bauernhof Münchens gab - mitten in der Stadt!
Seit neuestem: Die MS Utting. Der ehemalige Ausflugsdampfer wurde vom Ammersee auf eine kleine Brücke am Großmarkt umgesiedelt. Dort ist das Schiff jetzt Ort für Geselligkeit und Kultur.

Was kann man mit Kindern einen Tag lang machen?

VnM: Spielenachmittag im Luitpoldpark.
Eine Aufzugfahrt im Olympiaturm.
Hosenhüpfen und Dosenwerfen auf der "Oidn Wiesn".
An der Floßlände baden, picknicken und Surfer gucken.

Es regnet in strömen, was könnt ihr als Schlecht-Wetter-Programm empfehlen?

VnM: Die gelbe Kuh von Franz Marc im Lenbachhaus besuchen.

Der Olympiaturm im Pfützenspiegel (Foto: Dominik Stötter/unsplash.com)

Welche kulinarischen Köstlichkeiten müssen unbedingt probiert werden und wo?

VnM: Einen Cold-Brew-Kaffee im Standl 20 auf dem Elisabethmarkt oder einen Cappuccino im Café Emilo. Dann einen "Monaco Franze" und einen Bio-Glühwein im "Milchhäusl" oder die beste Currywurst der Stadt im Kiosk "Alles Wurscht". Was nie verkehrt ist: ein runde, fettige Schweinerei im Café Schmalznudel.

Welches Hotel könnt ihr empfehlen?

VnM: "The Flushing Meadows" in der Fraunhoferstraße - zentraler geht's nicht, die Zimmer haben einen angenehm schlichten Retro-Stil, und die Dachterrasse macht uns immer wieder kurz sprachlos.

Wo befindet sich euer absoluter Lieblingsplatz - und warum ist es euer Lieblingsplatz?

VnM: Ganz privat sind das unser Holztisch in der Küche mit Kerzenwachs drauf und allerhand Spuren unserer Kinder. Tagsüber schweift der Blick nach draußen über einen romantisch-zugewachsenen Balkon, abends essen wir im warmen Licht einer PH5-Leuchte. Wenn wir strawanzen, lieben wir die Ruhe im kleinen und deshalb auch nicht ganz so bekannten Bavariapark und samstagmorgens das bunte Stelldichein beim Wochenmarkt in der Klenzeschule. Auch schön: libanesisch essen im "Manouche".

Was ist der absolute Geheimtipp, der in keinem Reiseführer beschrieben ist?

VnM: Um halbsechs in der Früh am Viktualienmarkt bei Karnoll's Backstandl einen frisch gebrühten Filterkaffee genießen. Dazu an einer ofenfrischen Brezn knabbern und die Marktleut' beobachten.

Was ist die schönste Veranstaltung des Jahres?

VnM: Wenn die Menschen im Juni zum Tanzen aufn Kocherlball am Chinesischen Turm zusammenkommen. Ist aber nur was für Frühaufsteher!

In welcher Jahreszeit ist es in eurer Heimat am schönsten und warum?

VnM: Im Frühling, wenn der Gärtnerplatz endlich wieder bunt und lebendig ist - inklusive frühlingshafter Blütenpracht.
Im Sommer, wenn der Biergarten zum Essen einlädt, und die Hackerbrücke zum Trinken und in die Ferne schau'n, und der Flaucher zum Feiern in einer lauen Sommernacht.
Im Herbst, wenn im Luitpoldpark Millionen Kastanien und Blätter fallen und fallen und fallen.
Im Winter, wenn Wanderschuhe, Skier oder Schlitten in die Berge oder auf den nächsten Hügel führen.


Dieser Text ist für die Blogparade von "Wir auf Reise" entstanden.

Freitag, 6. Oktober 2017


Heute sind wir ein bisschen traurig. Unser geliebtes Standl "Brotzeiten" auf dem Elisabethmarkt schließt. Servus, ihr unvergleichlich tollen Brote mit Roastbeef und Lachs. Macht’s gut, beste Croissants der Stadt. Wir werden euch und all eure freundlichen Leute vermissen.

Hoffentlich bis irgendwann, irgendwo...

Mittwoch, 4. Oktober 2017


Das temporäre Kaufhaus "COCO Monaco" am Marienplatz

Ab sofort gibt's im Zentrum eine neue Shopping-Perle. Am Marienplatz mit der Hausnummer 1, zwischen Donisl und Caféhaus Woerners, hat das temporäre Kaufhaus COCO Monaco eröffnet. Bis Silvester erwarten euch dort Besonderheiten von Münchner Marken. Geöffnet ist von Montag bis Samstag, 11 bis 20 Uhr.


Die vier ambitionierten Jung-Unternehmer Franziska Bergmiller, Barbara Giandomenico, Annika Schüler und Jonas Hansen bieten damit eine wundervolle Alternative zu den großen Konsumketten rund um die Kaufinger Straße. Den Machern gehören die Labels "LOVE Kidswear", "Studio 163 Cashmere", "Annika Schüler Porcelain" und "Jonas Hansen Möbel".

Im Sinne eines Artisan Stores gibt's im COCO Monaco neben diesen Produkten aber noch allerhand Hochwertiges aus den Bereichen Mode, Accessoires, Beauty, Food und Design zu kaufen. Alle Marken präsentieren neue, hübsche Dinge, die nachhaltig hergestellt wurden und oft mit ganz besonderen Geschichten aufwarten. Einfach mal fragen, wo das Teil herkommt und wer es sich ausgedacht hat!



Das Münchner Label "LOVE Kidswear" zeigt im "COCO Monaco" seine wunderschöne Herbst- und Winterkollektion, die ganz neu auf dem Markt ist. Wir haben uns sofort in die Schnitte und Farben verliebt. Allein dieser weit fallende, bordeauxfarbene Mantel namens Lilly mit Kussmund auf dem Herzen ist doch der Wahnsinn, oder? Die Kollektion ist wild und kindlich, verrückt und edel zugleich. Irgendetwas Geniales zwischen Rotkäppchen, Pippi Langstrumpf und Superheld. Seht selbst!


Wir berichten ja seit Anfang an über das tolle Label, das Mode-Designerin Franziska Bergmiller 2015 gegründet hat. "LOVE Kidswear" steht für individuelle, lässige Kleidung für Buden und Mädchen zwischen zwei und 14 Jahren. Die Kollektionen sind immer ein bisschen außergewöhnlich und fair produziert.




Sonntag, 1. Oktober 2017

#Glückskastanie



Heute gibt's einen herbstlichen Post, mit einem herbstlichen Hashtag, der auch noch glücklich macht! Denn: Auch heute geht's bei uns wieder ums Glücklichsein!

Ein Philanthrop aus Sendling hat in der Alramstraße dieses Schild samt Täschchen angebracht. Warum nicht mal zu einer #Glückskastanie greifen! Finden wir super. Leider waren schon alle weg. Deshalb gehen wir sammeln und sorgen demnächst für Nachschub!


Donnerstag, 28. September 2017



Alles Liebe - trotz Trotz!

Trotzphasen können uns den letzten Nerv rauben. Und Erziehungsratgeber den allerletzten. In unserer anfänglichen Unsicherheit haben wir uns tatsächlich ein paar davon aufschwatzen lassen. Sie lagen dann schnell als "zu verschenken" im Treppenhaus.

Aber einen haben wir behalten - und würden glatt behaupten, dass er uns zu besseren Eltern gemacht hat. "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Der entspannte Weg durch Trotzphasen" steht schon seit einem knappen Jahr auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zurecht. Trotz des verrückten Titels. Danielle Graf und Katja Seide haben aus ihrem gleichnamigen Blog ein Buch gemacht, in dem sie erklären, wie man sich in den schwierigsten Momenten selbst beruhigt - und sein Kind gleich mit.

Am interessantesten ist der Blick ins Hirn der Kleinen. Wie entsteht ein Wutanfall um scheinbar banale Dinge? Wie erleben Kinder diese Explosion von Emotionen? Sollen wir sie dann schimpfen, um Grenzen aufzuzeigen, oder doch lieber in Ruhe lassen? Beides falsch, sagen die Autorinnen. Gebt euren Söhnen und Töchter das Gefühl, dass ihr da seid, dass ihr das mit ihnen aushaltet, sie versteht und sie liebt. Wenn Worte in diesen Panikmomenten nicht bis zum brüllenden Nachwuchs durchkommen - mitfühlende Blicke tun es. Und sobald wir die Perspektive unserer Kindes besser kapiert und die Herangehensweise aus dem Buch ausprobiert hatten, war der gemeinsame Alltag viel entspannter. Simsalabim!

Die Autorinnen verraten jede Menge Tricks für den Fall, dass ein Kind gerade nicht Treppen steigen oder sich anziehen möchte, ständig wegläuft, nicht ins Bett will, beißt, kratzt, haut, frech wird, neue Windeln ablehnt oder Essen durch die Gegend wirft. Wir haben gelernt, unseren Kleinen mehr zu vertrauen und zuzutrauen, ihnen Zeit zu lassen, damit sie in ihren Augen elementar wichtige Dinge zu Ende machen können. Wir leben Kooperation vor - und sind perplex, wie viel Kooperationswille uns da jeden Tag entgegen kommt.


Trotz-Bücher für Kinder


Das lesen also wir Erwachsenen. Und was lesen unsere geliebten Trotzkis, um zu erfahren, was in diesen verrückten Momenten mit ihnen passiert? Wir empfehlen "Der kleine Trotzdrache" und "Blöde Ziege - Dumme Gans" aus dem Schwabinger Verlag arsEdition. Beide Bücher sind offiziell für Kinder ab vier Jahren geeignet, gehen aber unserer Erfahrung nach auch schon gut für Zwei- oder Dreijährige. Die verstehen dann vielleicht den Perspektivenwechsel noch nicht ganz. Aber die Geschichten über Wut und Versöhnung kommen durchaus so rüber, wie sie sollen.

"Der kleine Trotzdrache" ist eigentlich ein glückliches Tier, bis sich eines Nachts der haarige rote Trotz in seine Höhle schleicht. Plötzlich nörgelt "Fauchi", er ist wütend und sucht ständig Streit mit den Anderen, obwohl er sich dabei sehr unwohl fühlt. Irgendwann lernt er seine Gefühle kennen und findet einen Weg, den Trotz wieder loszuwerden.




In "Blöde Ziege - Dumme Gans" geht es um die beiden Tiere im Titel. Sie sind beste Freunde, zoffen sich aber mindestens einmal am Tag. In den Geschichten geht es mal darum, einen Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen. Oder darum, etwas zurückzugeben, das man zuvor einfach weggenommen hat.

Manchmal denken wir uns, Erwachsene sollten mehr solche Kinderbücher lesen, um wieder Richtig und Falsch zu lernen...